Vorsicht vor dem Knipser! Warum Nachweismakler Ihrem Immobilienverkauf schaden…

Schnell mal einen Privatverkäufer zu einem ersten unverbindlichen Ortstermin überreden mit dem Vorwand Interessenten zu haben. Dann beim Ersttermin ein bischen small talk und die Frage, ob man ein paar Fotos von der Immobilie mit dem Handy machen kann. Dann noch kurz ein paar mündliche Informationen vom Eigentümer abgegriffen und mit der Privatannonce des Privatverkäufers im Internet ergänzt und die nötigsten Objektfakten dazu, egal ob sie stimmen oder nicht. Ruck zuck ist ein Exposé fertig, das man online inserieren kann.

Leider „arbeiten“ immer noch einige Makler auf diese Weise und stellen auch ohne Zustimmung oder jeglichen Auftrag und ohne Kenntnis des Eigentümers deren Immobilienangebote online. Die qualitativ schlechten Fotos gepaart mit teilweise unrichtigen Objektfakten stehen dann am nächsten Tag offen im Netz, manchmal auch noch direkt unter dem Angebot des Privatverkäufers. Die Chance für einen guten ersten Eindruck, den die Immobilie im Netz in den Ergebnislisten vermitteln soll und den man möglichst ausnutzen will, um möglichst viele Interessenten für die Immobilie zu begeistern und auch entscheidend für einen preistreuen Verkauf ist, ist damit dahin.

In der Fachsprache nennt man das „Nachweis-Makeln“. Der Nachteil ist, dass die Immobilie auf diese Weise unkontrolliert am Markt „verbrannt“ wird. Und ganz ehrlich: Was bringt es, wenn die selbe Immobilie mehrere Male von unterschiedlichen Maklern noch mal neben dem Privatinserat steht? Im Zweifel lenken die amateurhaften Zweit-Insertionen die Interessenten eher ab von dem eigenen Privatinserat, sodass die Anfrage nachher bei einem der Nachweis-Makler eingeht und nicht bei der Eigentümer-Anzeige – eher ein Nachteil als ein Vorteil für den privaten Immobilienverkäufer, der doch eigentlich selber den Verkauf der eigenen Immobilie versuchen möchte.

Was unterscheidet einen guten Makler? Gute Makler dagegen bieten Ihnen höchstens an, nur die Bestandskunden anzuschreiben – stellen das Angebot aber nicht sofort ins Netz bzw. auf alle großen Portale. Hier geht es eher darum den Bestandskunden in der Kartei einen Service zu bieten und in deren Postfach mal wieder präsent zu sein.

Oft schämen wir uns für das unprofessionelle Vorgehen von unqualifizierten Nachweis-Maklern , die unsere ganze Zunft in Misskredit bringen und dem Image des Berufsstandes nicht förderlich sind. Leider sind es in letzter Zeit nicht nur kleine nebenberufliche Newcomer, die so vorgehen, sondern auch z.T. internetbasierte Neugründungen, die zwar das Internet bedienen können, aber kaum Orts- oder Sachkenntnis besitzen.

Wenn Sie einen Makler beauftragen, achten Sie kompromisslos auf Qualität, denn es geht um sehr viel und insbesondere Ihr Geld. Ein professioneller Immobilienmakler bietet Ihnen:

  • Eine qualifizierte Marktwerteinschätzung mit Erfahrungen von vergleichbaren Objekten aus Ihrem direkten Wohnumfeld.
  • Ein Exposé mit professionellen Fotos vom Fotografen. Am besten sogar mit Hochbildern & einem 360°-Rundgang.
  • Besichtigungen nur mit echten geprüften Kaufinteressenten.
  • Führung der Kaufpreisverhandlungen, um den besten Preis für Sie zu erzielen.

Es geht beim Immobilienverkauf immer um sehr hohe und nicht alltägliche Summen. Da sollte man ein ein gutes Bauchgefühl und großes Vertrauen zu seinem persönlichen Immobilienberater haben.

Warum Sie vor der Hausbesichtigung eine Widerrufsbelehrung vom Makler erhalten…

Auf den ersten Blick ist die Widerrufsbelehrung, die Makler versenden, bevor das Exposé heruntergeladen werden kann, ein „Bürokratiemonster“ des Gesetzgebers, das in der Tat nicht sofort zu verstehen ist. Makler unterliegen seit Juni 2014 dem Fernabsatzgesetz: salopp gesagt geht es um „Haustürgeschäfte“ im Gegensatz zu Geschäften, die in den Geschäftsräumen des Anbieters gemacht werden – z.B. im Büro des Maklers, das persönlich aufgesucht wird. Das heißt, dass Makler ein Exposé nur prompt und sofort versenden können, wenn die Kunden auf Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht verzichten, ansonsten muss der Makler 14 Tage mit dem Versand warten, bis die Widerrufsmöglichkeit erloschen ist. Dies dient uns zur Sicherung der Provision, falls es zu einem notariellen Kaufvertrag kommen sollte.

Falls der Makler nicht über die Widerrufsmöglichkeit belehrt, kann der Kunde sich später darauf beziehen und die gesamte Provision zurückfordern, weil er nicht auf seine Widerrufsmöglichkeit hingewiesen wurde. Auf den ersten Blick ist das juristische Haarspalterei, aber uns ist das leider schon einmal konkret mit einem Kunden passiert. Wenn Sie sich bei uns melden und ein Exposé anfordern oder eine Besichtigung möchten, gehen Sie rein rechtlich gesehen einen Maklervertrag mit uns ein, aus dem natürlich keine Zahlungsverpflichtung uns gegenüber entsteht, wenn Sie keine Immobilie kaufen. Kosten entstehen erst, wenn es zur notariellen Beurkundung beim Notar kommt.